5 x Angst und wie du sie überwinden kannst

Tief im Inneren sind wir alle sehr verletzliche Wesen. Und in jedem Veränderungsprozess kommt der Punkt, an dem sich diese Verletzlichkeit besonders zeigt. In Form von Ängsten.  Angst begleitet uns wie ein treuer Begleiter in unserem Leben und wird wohl auch nie vollkommen verschwinden.

Damit du dein Leben selbstbestimmt leben kannst, ist jedoch ein guter Umgang mit deinen Ängsten wichtig. Angst ist nämlich nichts Schlimmes, sondern zeigt dir, wo du wachsen darfst. Angst kann dich zu Höchstleistungen anspornen, wenn du gelernt hast, sie wahrzunehmen und gut mit ihr umzugehen. Um dich dabei zu unterstützen, habe ich im Folgenden mal die „beliebtesten“ Ängste zusammen gestellt. Und mir Gedanken gemacht, wie du diese Angst überwinden kannst.

Die Angst vor dem allein sein.

Diese Angst kommt immer dann, wenn du vor deinem nächsten Entwicklungsschritt stehst. Wenn dein Inneres sich darauf vorbereitet zu wachsen. Vor lauter Respekt vor der persönlichen Entwicklung, reden wir uns ein, dass wir bald allein sein könnten. Oder dass wir schon ziemlich allein sind. Oder dass wir uns unbedingt mit einem anderen Menschen zusammen tun sollten, um nicht allein zu sein.

Was hilft?

Mache öfter etwas alleine. Starte mit einem alleinigen Kino- oder Restaurantbesuch. Genieße die Zeit mit dir bewusst und schaue, wie sich das anfühlt. Am Anfang ist es oft komisch, denn wir sind Gesellschaft häufig mehr gewöhnt als uns selbst. Wir leben in einer trubeligen Welt und wenn wir nicht aufpassen, werden wir gerne mal von ihr verschluckt. Wir sind es nicht mehr gewöhnt, wirklich mit uns zu sein. Selbst wenn wir alleine zu Hause sind, ist mit Fernsehen, Internet und Smartphone ständig jemand uns um herum. Wir denken, wer alleine irgendwohin geht, ist einsam und hat keine Freunde.

Dabei muss diese Schlussfolgerung gar nicht so sein. Und wenn du es selbst mal ausprobierst, wirst du feststellen, dass gar nichts Schlimmes passieren wird. Du wirst nicht angestarrt, bekommst im Restaurant trotzdem dein Essen und musst auf niemanden Rücksicht nehmen. Vielleicht kannst du dich endlich mal ganz auf den Film konzentrieren oder beobachtest beim Essen die Leute am Nebentisch. Steigere dich und fahre alleine in den Urlaub. Verbringe wirklich Zeit mit dir selbst und genieße sie. Hauptsache du führst dir vor Augen wie schön und wertvoll es ist, wenn du ganz bei dir und mit dir bist. Nimm alle Gedanken an, die kommen. Nach einiger Zeit wirst du feststellen, dass du dich besser kennen gelernt hast. Und dass du an eigener Kraft und Stärke gewonnen hast, die dir zeigt, dass du neben dir keinen weiteren Menschen brauchst.

Die Angst vor der falschen Entscheidung.

Dieses Gefühl zeigt sich, wenn wir vor einer großen Entscheidung in unserem Leben stehen. Vielleicht steht ein Jobwechsel oder ein Umzug an. Oder eine Trennung von einem vertrauten Menschen bahnt sich an.

Was hilft?

Mach dir bewusst, dass es 100%ige Sicherheit nicht gibt.

Wenn du diese anstrebst, blockierst du dich und verlagerst die Entscheidung nur unnötig nach hinten. Dieses Verhalten nimmt dir die Kraft, die du lieber in die Umsetzung deiner Entscheidung stecken solltest. Also, mache die geplanten Dinge, auch wenn du dir nur zu 90 % sicher bist. Sage dir, dass du eine Entscheidung auf dem besten dir möglichen Wissensstand triffst. Es gibt also im Nachhinein überhaupt keinen Grund etwas zu bereuen. Wenn dir eine Entscheidung im Nachgang nicht mehr gefällt, dann bist du damit auch um eine Erkenntnis reicher. Du weißt dann, was an deiner Entscheidung gut war und was weniger zu dir passt. In jedem Fall bringt dich jede Entscheidung in deinem Leben deutlich weiter, mehr als wenn du verharrt hättest. Und denk daran, du hast jederzeit die Möglichkeit, wieder etwas zu verändern. Das Leben besteht nun mal aus Veränderungen.

Die Angst nicht geliebt zu werden.

Wir kennen sie alle, oder? Diese Angst zeigt sich in unseren ganz, ganz schwachen Momenten. Wo wir down und müde sind. Wo uns irgendwas ganz schön zu schaffen macht. Wo wir uns ziemlich allein fühlen.

Was hilft?

Mach dir bewusst, wie wertvoll du bist. Was hast du schon alles in deinem Leben erreicht? In welchen Momenten zeigst du wirkliche Stärke? Welche Talente bringst du mit? Davon wirst du eine ganze Menge haben. Häufig schlummern diese Dinge aber im Unbewussten. Daher ist es so wichtig, dass du dir jeden Tag vor Augen führst, was du alles getan hast. Vielleicht möchtest du ein kleines Tagebuch führen und dir abends vor dem Schlafengehen aufschreiben, was du heute gut gemacht hast. Konzentriere dich dabei ausschließlich auf deine Stärken. Stärke deine Stärken (dann fallen deine Schwächen nicht ins Gewicht). Überlege dir, wen es alles in deinem Leben gibt, der dir in Liebe verbunden ist. Und unter „Liebe“ fallen auch durchaus Bekannte oder Arbeitskollegen, die dir in Wohlwollen begegnen. Konzentriere dich darauf, wie reichhaltig dein Leben ist.

Die Angst zu scheitern.

Ähnlich wie die Angst vor der falschen Entscheidung. Gerade vor einer anstehenden Veränderung neigen wir dazu, uns alle möglichen Schreckensszenarien auszumalen. Doch was ist, wenn diese gar nicht eintreten?

Was hilft?

Die Wahrheit ist: Genauso wie etwas in die Hose gehen kann, kann auch alles super verlaufen. Wenn du eine Entscheidung für etwas überlegt getroffen hast, kann sie nicht schlecht für dich sein. Das heißt, selbst ein mögliches Scheitern wäre das Ergebnis einer bewussten Entscheidung von dir.

Kann man dann überhaupt von Scheitern sprechen? Ich finde nicht.

Vielleicht lagen dir zu dem Zeitpunkt der Entscheidung nicht alle relevanten Fakten vor. Du bist jetzt einfach durch die gemachten Erfahrungen schlauer. Aber darum geht es doch im Leben, oder? Um das Wachsen und das Zunehmen der inneren Reife. Insofern brauchst du vor einem Scheitern keine Angst zu haben, wenn du die Entscheidung vorher selbstbestimmt getroffen hast. Dann war es das, was du tun wolltest. Vielleicht hat es nicht funktioniert. Aber dann kannst du etwas Neues versuchen. Letztendlich entsteht die Bewertung des Ganzen in dir. Du bist mit deinen Gedanken in der Lage, deine Welt entscheidend zu formen. Wenn du selbstbestimmt dein Leben lebst, vergeht die Angst vor dem Scheitern mit der Zeit automatisch.

Die Angst nicht zu genügen.

Ähnlich wie die Angst nicht geliebt zu werden. Dieses Gefühl basiert auf fehlender Selbstachtung und Selbstvertrauen dir gegenüber.

Was hilft?

Auch hier gilt, dass du dir bewusst machen darfst, was für ein wunderbarer Mensch du bist.

Jeder einzelne Mensch ist wertvoll, so wie er ist.

Die Kunst im Leben ist, das was dich auszeichnet und prägt, auch wirklich der Welt zu zeigen. Das klappt nur, wenn du dir dein Leben so einrichtest, dass es zu dir persönlich passt. Also, taste dich langsam vor. Überlege dir, was du gerne tust (am besten aufschreiben). Und dann mache dir eine zweite Liste mit allem, was du wirklich gut kannst. Dann halte die beiden Listen übereinander – stehen die gleichen Dinge drauf? Und dann tue diese Dinge, idealerweise jeden Tag mindestens eine Sache davon.

Indem du das tust, was du magst UND was du gut kannst, erzeugst du einen positiven Zustand. Lasse andere Menschen daran teilhaben und wachse daran. Der Aufbau von Selbstvertrauen funktioniert nur durch Aktion und Feedback. Also, bleibe in Bewegung, sei diszipliniert und hole dir wo immer es geht Bestätigung ein. Bis du irgendwann selbst glaubst, ein guter Mensch zu sein und zu genügen.

Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?

Wenn du deinen Ängsten zu viel Raum gibst, nehmen sie dir die Möglichkeit, 100 % DU zu sein. Es geht also darum, eine Angst zu erkennen und sie anzunehmen. Anzunehmen bedeutet, sich bewusst zu machen, dass es ok ist, Angst zu haben. Wir haben alle Angst. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass du die Angst nicht zu sehr über dein Leben bestimmen lässt. Dazu gehört z. B. sich nicht lähmen zu lassen, wie bei der Angst vor der falschen Entscheidung. Oder sich ständig von anderen Menschen ablenken zu lassen, z. B. bei der Angst vor dem allein sein.

Wenn du dich achtsam deiner Angst stellst und sie als einen Teil von dir annimmst, dann wird sich dich irgendwann positiv in deinem Leben begleiten. Sie fungiert dann als eine Art Indikator für bedeutsame Themen in deinem Leben. Veränderungen, die wirklich wichtig sind. Und blockiert dich nicht mehr. Also, rein in dieses Gefühl, damit dein wirkliches Ich raus kommen kann. Probiere es aus und berichte mir, wie es gelaufen ist.

Ich unterstütze dich sehr gerne bei deiner Veränderung. Hier kannst du ein kostenloses Kennenlerngespräch vereinbaren.

Photo by Sandis Helvigs.